Mbongi heißt Danke

Lutz van Dijk liest in der Berthold-Otto-Grundschule

Frank­furt, 23.09.2021 Am liebs­ten hät­ten die Drittklässler*innen sofort ange­fan­gen, die Geschich­te von Mbon­gi selbst zu lesen. Und das kön­nen sie auch bald.

Erst­mal lau­schen sie aber gebannt dem deutsch-nie­der­län­di­schen Autor Lutz van Dijk. Er besucht die Drittklässler*innen der Bert­hold-Otto-Schu­le in Gries­heim und erzählt ihnen aus sei­nem Buch „Mbon­gis Weg zur Schu­le“. Die Kin­der hän­gen ihm förm­lich an den Lip­pen und stel­len vie­le Fra­gen, denn die Geschich­te von Mbon­gi und sei­nen Freun­den hat sich in einem Town­ship in Kap­stadt wirk­lich zuge­tra­gen. Dabei erfah­ren die Schüler*innen vie­les aus dem Leben der Kin­der in Süd­afri­ka. Lutz van Dijk bringt ihnen auf ein­fühl­sa­me und alters­ge­rech­te Wei­se die Pro­ble­me im Town­ship nahe. Berüh­rend berich­tet er davon, wie die Freun­de Mbon­gi hel­fen, den wei­ten Weg zur Schu­le zu schaf­fen. Außer­dem erzählt der süd­afri­ka­ni­sche Autor von sei­ner „Fami­lie“ in dem von ihm gegrün­de­ten Wai­sen­haus HOKISA.

Die Lesung wur­de von chan­cen­reich e.V. ermög­licht, dem Trä­ger des mehr­spra­chi­gen Lese- und Inte­gra­ti­ons­pro­jekts „Frank­fur­ter Bücherkoffer“.

Dank einer Spen­de kann chan­cen­reich e.V. der Bert­hold-Otto-Schu­le nach der Lesung einen Klas­sen­satz des Buches über­rei­chen. So kann Mbon­gis Geschich­te nun im Deutsch­un­ter­richt gemein­sam gele­sen wer­den. Dar­auf freu­en sich die Schüler*innen und bedan­ken sich mit einem laut­star­kem „Mbon­gi!“ – das heißt „Dan­ke“ auf xho­sa, der Haupt-Spra­che im Kap­städ­ter Township.

Hardtberg Stiftung fördert Frankfurter Bücherkoffer

Das mehr­spra­chi­ge Lese­för­der- und Inte­gra­ti­ons­pro­jekt erreicht ins­ge­samt über 2.000 Fami­li­en in Frankfurt.

Frank­furt, 30. August 2021. Unab­hän­gig von ihrer sozia­len und kul­tu­rel­len Her­kunft sol­len Kin­der in ihrer Spra­che und Viel­falt geför­dert und damit früh­zei­tig auf ihrem Bil­dungs­weg unter­stützt wer­den. Der mehr­spra­chi­ge Frank­fur­ter Bücher­kof­fer macht dies mög­lich und ist ein neu­es För­der­pro­jekt der Hardt­berg Stiftung.

Die Hardt­berg Stif­tung för­dert Pro­jek­te für benach­tei­lig­ter Kin­der und Jugend­li­che im Rhein-Main-Gebiet und freut sich über die Zusam­men­ar­beit mit chan­cen­reich e.V., dem Frank­fur­ter Ver­ein für Bil­dung und Inte­gra­ti­on. Deren Grün­de­rin­nen Clau­dia Land­mann und Susan­ne Rosen­feld haben den Frank­fur­ter Bücher­kof­fer nach dem Ham­bur­ger Vor­bild bereits 2019 in der Main­me­tro­po­le gestar­tet. In der Auf­ga­be, benach­tei­lig­ten Kin­dern und Jugend­li­chen eine Zukunfts­per­spek­ti­ve zu ermög­li­chen, sieht die Hardt­berg Stif­tung eine über­ein­stim­men­de Hal­tung mit chan­cen­reich e.V. und hat sich jetzt für die Zusam­men­ar­beit entschieden.

Dank der För­de­rung durch die Hardt­berg Stif­tung kann das Frank­fur­ter Bücher­kof­fer­pro­gramm im Schul­jahr 2021/22 an drei Frank­fur­ter Grund­schu­len fort­ge­setzt wer­den. Damit haben wei­te­re rund 360 Kin­der und Fami­li­en die Mög­lich­keit, Bil­dungs­be­glei­ter ihrer Kin­der zu sein. „Wir möch­ten die Chan­cen­gleich­heit für Kin­der mit schwie­ri­gen Start­be­din­gun­gen för­dern und so zu mehr Bil­dungs­ge­rech­tig­keit bei­tra­gen“, sagt Andrea Gie­se von der Hardt­berg Stiftung.

Der Frank­fur­ter Bücher­kof­fer ist ein Pro­jekt des Ver­eins chan­cen­reich e.V. und wird seit 2020 von der Stadt Frank­furt und wei­te­ren För­de­rern ermög­licht. Ins­ge­samt rol­len über 160 Frank­fur­ter Bücher­kof­fer in 21 Grund­schu­len. Jeder Kof­fer ent­hält zwölf mehr­spra­chi­ge Bücher, die neben Deutsch bis zu 50 ver­schie­de­ne Spra­chen umfas­sen. Jedes Kind nimmt den Kof­fer für eine Woche mit nach Hau­se und kann dort aus­gie­big mit der Fami­lie lesen — auf Deutsch oder in der jewei­li­gen Fami­li­en­spra­che. Zusätz­lich gibt es ein aus­führ­li­ches mehr­spra­chi­ges Begleit­pro­gramm für Eltern sowie fächer­über­grei­fen­de Unter­richts­ma­te­ria­li­en für die Lehr­kräf­te. Das Bil­dungs­pro­jekt Frank­fur­ter Bücher­kof­fer wird wis­sen­schaft­lich beglei­tet und regel­mä­ßig eva­lu­iert. So stim­men 93% der Leh­re­rin­nen und Leh­rer zu, dass die Mehr­spra­chig­keit des Pro­gramms dazu führt, dass sich Eltern stär­ker ange­spro­chen füh­len. Und 96% der Lehr­kräf­te geben an, dass das Bücher­kof­fer-Pro­gramm zur Stei­ge­rung der Lesemotivation/Lesefreude in ihrer Klas­se geführt hat.

Wei­te­re Presseinformationen:

Hardt­berg Stif­tung, info@hardtberg-stiftung.de
Mar­ti­na Knuht, Tel. 06174/9358873; Con­stan­ze Schlei­cher, Tel. 06174/9358837

chan­cen­reich e.V.info@chancenreich-online.de
Susan­ne Rosen­feld, Tel. 0173/3010153; Clau­dia Land­mann, Tel. 0171/4328001

Bücherkoffer an Frankfurter Schulen, Hessenschau vom 28.06.2021

Um eine Spra­che zu ler­nen, sol­len Kin­der viel lesen. Doch das ist nicht leicht für Kin­der, die mit meh­re­ren Spra­chen auf­wach­sen und nicht immer Zugang zu Büchern haben. Das soll ein klei­ner, blau­er Kof­fer ändern, der vor allem in einer mul­ti­kul­tu­rel­len Stadt wie Frank­furt wich­tig ist.

Sehen Sie den Bei­trag ab Minu­te 16:17 auf Hes­sen­schau.

Bildungssprache fördern — in und nach der Pandemie

Für mehr­spra­chig Auf­wach­sen­de ist es beson­ders wich­tig, viel mit ande­ren Kin­dern zu reden. So ver­fes­ti­gen sich bil­dungs­sprach­li­che Struk­tu­ren, die sie in der Schu­le, Kita oder im Deutsch­kurs gelernt haben. Doch wie kann dies ange­sichts pan­de­mie­be­ding­ter Ein­schrän­kun­gen im Prä­senz-Unter­richt und Kita-All­tag gelin­gen? Wie kön­nen wich­ti­ge Sprach­er­fah­run­gen trotz Lock-Down ermög­licht werden?

Ver­an­stal­tung des Amt für mul­ti­kul­tu­rel­le Ange­le­gen­hei­ten Frank­furt am Main am 11. März 2021chan­cen­reich e.V. ist bei der Podi­ums­dis­kus­si­on online dabei!

https://www.amka.de/bildungssprache-foerdern-und-nach-der-pandemie

“Mit Büchern (auf)wachsen”, Journal Frankfurt vom 20.11.2020

Anläss­lich des bun­des­wei­ten Vor­le­se­ta­ges berich­tet das Jour­nal Frank­furt über das vom Frank­fur­ter Dezer­nat für Inte­gra­ti­on und Bil­dung geför­der­te Pro­jekt „Frank­fur­ter Bücher­kof­fer“. Die Kof­fer sol­len Kin­der unab­hän­gig von ihrer sozia­len und kul­tu­rel­len Her­kunft früh­zei­tig auf ihrem Bil­dungs­weg unterstützen.

50 Sprachen im Koffer

Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber gibt das Go für den „Frankfurter Bücherkoffer” an Grundschulen und Bibliotheken in Frankfurt.

Frank­furt, 19. Novem­ber 2020, Frank­fur­ter Kin­der sol­len unab­hän­gig von ihrer sozia­len und kul­tu­rel­len Her­kunft früh­zei­tig auf ihrem Bil­dungs­weg unter­stützt wer­den. Als ein Bau­stein dazu star­tet nun das mehr­fach aus­ge­zeich­ne­te Lese­för­der- und Inte­gra­ti­ons­pro­jekt „Frank­fur­ter Bücher­kof­fer“ an elf aus­ge­wähl­ten Frank­fur­ter Grund­schu­len und Schul­bi­blio­the­ken sowie – pünkt­lich zum bun­des­wei­ten Vor­le­se­tag am 20. Novem­ber — an acht Öffent­li­chen Biblio­the­ken der Stadt­bü­che­rei.
Trä­ger des Frank­fur­ter Bücher­kof­fers ist „chan­cen­reich e.V.“, der Frank­fur­ter Ver­ein für Bil­dung und Inte­gra­ti­on. Finan­ziert wird der Ein­satz des Kof­fers in den Grund­schu­len vom Dezer­nat für Inte­gra­ti­on und Bil­dung in Frank­furt; ein Koor­di­na­ti­ons­kreis bestehend aus dem Stadt­schul­amt, dem Amt für mul­ti­kul­tu­rel­le Ange­le­gen­hei­ten (AmkA), der Stadt­bü­che­rei und dem Staat­li­chen Schul­amt für Frank­furt am Main steu­ert das Pro­jekt. Clau­dia Land­mann und Susan­ne Rosen­feld, Grün­de­rin­nen des Ver­eins chan­cen­reich e.V., möch­ten, „dass Fami­li­en sich unab­hän­gig von ihrem sprach­li­chen, sozia­len oder kul­tu­rel­len Hin­ter­grund für den Bil­dungs­er­folg ihrer Kin­der enga­gie­ren kön­nen.“ Ein Anlie­gen, das Inte­gra­ti­ons- und Bil­dungs­de­zer­nen­tin Syl­via Weber aus­drück­lich unter­stützt. „Rund Drei­vier­tel aller Kin­der, die in Frank­furt ein­ge­schult wer­den, wach­sen mehr­spra­chig auf und spre­chen Zuhau­se nicht vor­ran­gig Deutsch. Was viel­leicht zunächst wie ein Defi­zit klingt, birgt aber auch Chan­cen. Denn fami­li­en­sprach­li­che Kom­pe­ten­zen sind wert­voll, an ihnen knüpft der Sprach­er­werb in Deutsch an.“ Der Bücher­kof­fer mache die Her­kunfts­spra­chen der Kin­der sicht­bar und hör­bar, so die Stadt­rä­tin: „Wer lernt, mit sprach­li­cher Viel­falt umzu­ge­hen, schätzt auch Diver­si­tät als Chance.“

 

So wird der Frank­fur­ter Bücher­kof­fer ein­ge­setzt
Jeder Kof­fer ent­hält zwölf aus­ge­wähl­te Bücher, die neben Deutsch bis zu 50 ver­schie­de­ne Spra­chen umfas­sen. Hin­zu kom­men Unter­richts­ma­te­ria­li­en für die Leh­ren­den. In den elf Grund­schu­len tourt der Kof­fer durch die Klas­sen eines Jahr­gangs, par­al­lel dazu ste­hen die mehr­spra­chi­gen Buch­ti­tel in der Schul­bi­blio­thek zur Ein­zel­aus­lei­he bereit. 41 Klas­sen und rund 1.000 Fami­li­en kön­nen vom Frank­fur­ter Bücher­kof­fer in einem Schul­jahr erreicht wer­den.
Jede Schü­le­rin und jeder Schü­ler nimmt den Kof­fer für jeweils eine Woche zum Lesen mit nach Hau­se. Dazu gibt es ein Begleit­pro­gramm mit mehr­spra­chi­gen Infor­ma­tio­nen für die Eltern. Das Pro­jekt bezieht die Eltern aktiv mit ein und ermu­tigt sie zur Beglei­tung der Lern­er­fah­run­gen ihrer Kinder.

Her­tie-Stif­tung unter­stützt Aus­lei­he in den Biblio­the­ken der Stadt­bü­che­rei
Dank der Gemein­nüt­zi­gen Her­tie-Stif­tung wer­den die Bücher auch in acht Öffent­li­chen Biblio­the­ken der Stadt­bü­che­rei prä­sen­tiert. „Der Frank­fur­ter Bücher­kof­fer ist beson­ders in Coro­na-Zei­ten ein wich­ti­ges Lese- und Inte­gra­ti­ons­pro­jekt für Schü­le­rin­nen und Schü­ler“, betont John-Phil­ip Ham­mer­sen, Geschäfts­füh­rer der Her­tie-Stif­tung. „Wir för­dern das Pro­jekt, weil uns wich­tig ist, dass die Kin­der in die­sen her­aus­for­dern­den Zei­ten nicht den Anschluss in der Schu­le ver­lie­ren.“ Durch die För­de­rung kön­nen Kin­der und Eltern in ganz Frank­furt und unab­hän­gig von ihrer Schu­le die mehr­spra­chi­gen Titel aus­lei­hen. Unter den Stadt­teil­bi­blio­the­ken aus­ge­wählt wur­den Stadt­tei­le, die im Umfeld der Pro­jekt­schu­len lie­gen: Ber­gen-Enk­heim, Bocken­heim, Dorn­busch, Gal­lus, Gries­heim, Nord­west­stadt, Rödel­heim, Sind­lin­gen. Über den inter­nen Leih­ver­kehr kön­nen die Medi­en aber in jede Öffent­li­che Biblio­thek der Stadt­bü­che­rei bestellt werden.

Pro­jekt­start Bun­des­wei­ter Vor­le­se­tag am 20.11.2021
Die Aus­lei­he des Frank­fur­ter Bücher­kof­fers star­tet zum Bun­des­wei­ten Vor­le­se­tag am 20. Novem­ber. An die­sem 3. Frei­tag im Novem­ber steht all­jähr­lich das Vor­le­sen im Mit­tel­punkt. Und da gibt es noch viel zu tun. Die aktu­el­le Stu­die der Stif­tung Lesen spricht davon, dass rund ein Drit­tel aller Eltern ihren Kin­dern sel­ten oder gar nicht vor­le­sen. Hier setzt der Frank­fur­ter Bücher­kof­fer an. Durch gemein­sa­mes Lesen mit den Eltern, auch in der Fami­li­en­spra­che, hel­fen die Bücher mehr­spra­chig auf­wach­sen­den Grund­schul­kin­dern beim Lesen ler­nen. Inte­gra­ti­ons- und Bil­dungs­de­zer­nen­tin Syl­via Weber freut sich über die gelun­ge­ne Koope­ra­ti­on: „In die­sem Jahr steht der Vor­le­se­tag unter dem Mot­to ‚Euro­pa und die Welt‘. Was könn­te pas­sen­der sein als ein Kof­fer mit 50 Spra­chen aus der gan­zen Welt?“

Wei­te­re Presseinformationen:

Down­load Pres­se­bil­der Bücherkoffer

Hertie-Stiftung fördert das Engagement des Frankfurter Bücherkoffers

Wir freu­en uns sehr, mit der Her­tie-Stif­tung eine der größ­ten pri­va­ten Stif­tun­gen in Deutsch­land für den Frank­fur­ter Bücher­kof­fer gewin­nen zu kön­nen. Durch die För­de­rung kön­nen wei­te­re Schul­klas­sen und zusätz­lich 10 Frank­fur­ter Stadt­teil­bi­blio­the­ken mit dem Bücher­kof­fer aus­ge­stat­tet und somit rund 100 Kin­der und ihre Fami­li­en mehr erreicht werden.