50 Sprachen im Frankfurter Bücherkoffer

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) übergibt „Frankfurter Bücherkoffer“ an Grundschulkinder. Ein Programm zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit  für Kinder mit schwierigen Startbedingungen.

Frankfurt, 26. August 2020. Frankfurter Kinder sollen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft frühzeitig auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden. Die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) fördert das erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Lese- und Integrationsprojekt Frankfurter Bücherkoffer. In diesem Schuljahr erhalten 10 Grundschulen mit 40 interkulturell gemischten Klassen die mehrsprachigen Bücherkoffer und erreichen damit rund 1000 Familien. Der Frankfurter Bücherkoffer ist ein Kooperationsprojekt von  „chancenreich e.V.“, dem Frankfurter Verein für Bildung und Integration zusammen mit dem Stadtschulamt Frankfurt, dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), der Stadtbücherei und dem Staatlichen Schulamt.

Sprache und Vielfalt fördern, unter diesem Motto werden die Frankfurter Bücherkoffer in Stadtteilen mit hohem Bedarf verteilt. Jeder Koffer enthält 12 ausgewählte Bücher, die neben Deutsch bis zu 50 verschiedene Sprachen umfassen. Durch gemeinsames Lesen mit den Eltern, auch in der Erstsprache, helfen die Bücher, mehrsprachig aufwachsenden Grundschulkindern beim Lesen lernen.

 Abwechselnd nimmt jedes Kind im Laufe des Schuljahres den Koffer voller Bücher jeweils für eine Woche zum Lesen mit nach Hause. Dazu gibt es ein Begleitprogramm mit mehrsprachigen Informationen für die Eltern. Der Frankfurter Bücherkoffer enthält außerdem Unterrichtsmaterialien für die Lehrkräfte und auch die Schulbibliotheken der Projektschulen werden mit dem mehrsprachigen Büchersatz ausgestattet.

Claudia Landmann und Susanne Rosenfeld, Gründerinnen des Vereins chancenreich e.V., haben das aus Hamburg stammende Bildungsprogramm von coach@school letztes Jahr erfolgreich an drei Frankfurter Grundschulen gestartet. Wir möchten, dass Familien sich unabhängig von ihrem sprachlichen, sozialen oder kulturellen Hintergrund für den Bildungserfolg ihrer Kinder engagieren können“.

Weitere Presseinformationen:

Download Pressebilder Bücherkoffer

Hertie-Stiftung fördert das Engagement des Frankfurter Bücherkoffers

Wir freuen uns sehr, mit der Hertie-Stiftung eine der größten privaten Stiftungen in Deutschland für den Frankfurter Bücherkoffer gewinnen zu können. Durch die Förderung können weitere Schulklassen und zusätzlich 10 Frankfurter Stadtteilbibliotheken mit dem Bücherkoffer ausgestattet und somit rund 100 Kinder und ihre Familien mehr erreicht werden.

Cornelia Funke übernimmt Schirmherrschaft für mehrsprachiges Leseförderprogramm

Das Bücherkoffer Programm hilft mehrsprachig aufwachsenden Grundschul- und Kita-Kindern beim Lesenlernen in ihrer Muttersprache. Das bundesweit einzigartige Programm motiviert Eltern zum gemeinsamen Lesen mit ihren Kindern und steigert damit ihre Bildungschancen in der Schule.
Ab sofort übernimmt Cornelia Funke die Schirmherrschaft für den Hamburger Bücherkoffer.

Der international bekannten Kinder- und Jugendbuchautorin ist die Leseförderung der Kleinsten ein besonderes Anliegen: ,,Die mehrsprachigen Bücher im Bücherkoffer machen Kinder verschiedener Nationalität neugierig auf die anderen. Kinder, die sich durch einen Migrations- oder Fluchthintergrund fremd und heimatlos fühlen, bekommen durch die Bücher das Gefühl, dass sie willkommen sind und sich ohne Angst auf die Kultur einlassen können, die nun ihre Wirklichkeit prägt. Ich lebe lange genug in einem anderen Land, um zu wissen, wie wichtig die Muttersprache bleibt. Deshalb setze ich mich als Schirmherrin dafür ein, dass der Bücherkoffer noch mehr Kinder und ihre Familien erreicht.“

Bücher in türkischer, arabischer oder russischer Sprache: Insgesamt 50 Sprachen kommen in den ausgewählten Büchern des Bücherkoffers zum Einsatz. Durch das Lesen in ihrer vertrauten Sprache soll den Fünf- bis Achtjährigen auch das Deutschlernen erleichtert werden.

Cornelia Funke, deren Romane in 37 Sprachen übersetzt werden, begrüßt als Schirmherrin das Ziel des Vereins, das Programm bundesweit auszuweiten. Neben Hamburg kommt das Programm bereits in ausgewählten Grundschulen in Frankfurt erfolgreich zum Einsatz. Seit 2016 hat das Programm bereits mehr als 2.350 Familien und deren Kinder beim Lesenlernen unterstützt.

Eine Pressemitteilung von coach@school e. V.
Hamburg, den 03.06.2020

„(VOR-)LESEN UND LERNEN IN ZEITEN VON CORONA“, eine Initiative der Stiftung Lesen

Die Stiftung Lesen hat einen hervorragenden Service für Eltern, Kinder und Lehrer eingerichtet. Medientipps, Aktionsideen, digitale –auch mehrsprachige –  Vorlesegeschichten und Unterrichtsmaterialien helfen, Kinder für das Lesen zu begeistern und zu Hause gemeinsam Zeit mit Geschichten zu verbringen.

Der „Frankfurter Bücherkoffer“ ist da!

Das erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Lese- und Integrationsprojekt hilft Eltern bei der Förderung von Grundschulkindern

Sprache und Vielfalt fördern – unter diesem Motto wurden jetzt die ersten zwanzig Bücherkoffer an Frankfurter Grundschulkinder übergeben. Der Verein chancenreich e.V. hat das erfolgreiche und zuletzt mit dem Deutschen Integrationspreis ausgezeichnete Projekt aus Hamburg in die Mainmetropole geholt.

In zehn Klassen wurde der „Frankfurter Bücherkoffer“ an verschiedenen Grundschulen an die Schüler und ihre Lehrerinnen übergeben. An der Berthold-Otto-Schule im Stadtteil Griesheim feierte die Schulgemeinde ein buntes Lesefest für die Eltern und in den Klassen wurde mit Begeisterung in den neuen, mehrsprachigen Büchern gestöbert.

Das Angebot des mehrsprachigen „Frankfurter Bücherkoffers“ richtet sich an interkulturell gemischte Grundschulklassen. Er enthält 12 ausgewählte Kinderbücher, die neben Deutsch mindestens eine weitere – sogar bis zu 50 – andere Sprachen enthalten. Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch, Russisch, Türkisch oder Serbokroatisch – sogar Tigrinya ist dabei.

Im Laufe des Schuljahres wandert der Koffer jeweils für eine Woche abwechselnd mit den Schüler*innen nach Hause. Dort sollen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern lesen – in Deutsch oder in ihrer Muttersprache. Dazu gibt es ein Begleitprogramm mit mehrsprachigen Informationen für die Eltern. Außerdem enthält der Koffer Unterrichtsmaterialien für die Lehrer*innen, denn mit zwei Büchern kann auch fächerübergreifend im Unterricht gearbeitet werden.

Sidonia Kolster, Lehrerin an der Berthold-Otto-Schule: „Einige unserer Schüler*innen haben zuhause nur wenige Bücher. Mit dem „Frankfurter Bücherkoffer“ bekommen alle die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Eltern qualitativ gute Bücher zu lesen. Gemeinsames Lesen ist äußerst motivierend und hat eine Schlüsselrolle für die schulische Entwicklung. Das erfolgreiche Erlernen der deutschen Sprache wird auch durch Lesen in der Muttersprache gefördert.“

„Mehrsprachiges Aufwachsen – wie Kinder fließend Deutsch lernen“, Deutschlandfunk Kultur vom 10.02.2020

Jahrzehntelang galt das Credo: Zu Hause muss Deutsch gesprochen werden. Nur dann sei die Integration zugezogener Familien möglich. Aber die Forschung zeigt: Kinder müssen nicht die Sprache ihrer Eltern vergessen, um eine andere zu lernen. Lesen Sie den gesamten Artikel auf Deutschlandfunk Kultur

„50 Sprachen im Gepäck“, F.A.Z. vom 28.11.2019

Wir freuen uns sehr darüber, dass die F.A.Z. das Thema Chancengleichheit im Bereich Bildung und sozialer Integration für genauso wichtig erachtet wie wir. Mit dem „Frankfurter Bücherkoffer“ startet unser Verein sein erstes Projekt an Frankfurter Grundschulen. Schüler*innen und Eltern werden damit mehrsprachige und interkulturell ausgerichtete Bücher zur Verfügung gestellt, die das gemeinsame Lesen in der Klasse und zu Hause fördern sollen.